Welche Funktionen haben Wimpern und wie kann Mascara diese beeinträchtigen?

Funktionen der Wimpern Beeintraechtigung durch Mascara

Um die Wimpern voller, länger und dunkler erscheinen zu lassen und damit die Augen besonders auffällig zu betonen, ist Mascara bei vielen das erste Mittel der Wahl. Kein Wunder, denn er lässt sich einfach auftragen und entfernen, ist in vielen verschiedenen Varianten erhältlich und vergleichsweise günstig.

Das häufige Tragen von Wimperntusche kann allerdings auch Nachteile mit sich bringen und nicht nur die Optik der Wimpern beeinträchtigen, sondern sie auch in ihren Funktionen stören. Und bei diesen handelt es sich um wichtige Aufgaben.

Wer übrigens zu einer Alternative greifen möchte, die die Wimpern nicht schädigt, sollte ein untersuchtes und geprüftes Wimpernserum testen.

Die Funktionen der Wimpern

Lange Zeit waren die Funktionen der Wimpern unklar und es wurde eine gewisse schützende Aufgabe vermutet. Diese ist aber deutlich umfassender, als zunächst angenommen wurde. Denn zu ihr gehören unter anderem der Schutz vor:

  • Zugluft: Wind und Zugluft können die Augen reizen und austrocknen lassen, da der schützende Film aus Tränenflüssigkeit schneller verdunstet, als er nachgebildet und verteilt werden kann. Bei starker Zugluft fungieren die Wimpern als eine Art provisorischer Schutz. Sie verteilen den Luftstrom und können ihn in begrenztem Maße ablenken, um das Auge zu schützen. Das bezieht sich nicht nur auf die Verdunstung und damit die Trockenheit des Auges, sondern auch auf das, was möglicherweise mit Zugluft oder Wind transportiert wird. 
  • Schmutz und Fremdkörpern: Staub, Fusseln und Flusen, Haare – wir sind tagtäglich einer Vielzahl von Schmutz und Fremdkörpern ausgesetzt. Die Wimpern fungieren als eine Art Filter vor den Augen und können das Eindringen verhindern oder zumindest die Menge der Verschmutzungen reduzieren. Das beugt Verletzungen, Reizungen und Infektionen vor.
  • Flüssigkeiten: Man rollt der Schweiß von der Stirn, mal werden Regentropfen von vorn auf die Augen geweht – wie ein kleiner Schirm fungieren die Wimpernkränze als eine Art Filter und verhindern, dass die Flüssigkeiten ungebremst in die Augen eindringen können. Das reduziert wiederum das Risiko für Infektionen durch eingespülte Keime, Reizungen durch schädliche Flüssigkeiten oder Schadstoffe.

Natürlich können diese Schutzfunktionen auch erreicht werden, indem die Augen geschlossen werden. Die Wimpern am oberen und unteren Augenlid bilden jedoch eine Art zusätzlichen Schutzschild und erlauben es uns, die Augen auch dann noch offen zu halten, wenn es draußen stürmt oder regnet. 

Zudem sind die Wimpern eine Art Frühwarnsystem. Haben wir Fusseln oder andere Fremdkörper zwischen den Wimpern sitzen, werden diese als Reiz an das Gehirn gemeldet und können entfernt werden, bevor sie ins Auge gelangen und hier möglicherweise eine Reizung oder gar einen Schaden hervorrufen. Auch bei Flüssigkeiten, wie Schweiß oder Regen, lösen Tropfen zwischen den Wimpern den Schlussreflex des Auges aus und sind somit eine frühzeitige Warnung und ein umfassender Schutz.

Wie beeinflusst Mascara die Funktion der Wimpern?

Die Aufgaben der Wimpern sind wichtig für die Gesundheit der Augen. Was passiert also, wenn sie in ihren Funktionen beeinträchtigt werden und wie kann das durch das Tragen von Mascara zustande kommen?

  1. Die Wimpern werden unflexibler: Durch Wimperntusche können die Wimpern starrer werden. Sie passen sich damit beispielsweise Zugluft weniger gut an und können Umwelteinflüsse schlechter von den Augen fernhalten.
  2. Der Mascara kann sich lösen: Welcher Mascara-Träger kennt sie nicht: Die typischen Waschbäraugen. Verlaufener Mascara kann durch Regen, Schweiß oder Tränen zustande kommen und auch unzureichendes Entfernen des Make ups kann für schwarze Laufspuren nach dem Duschen, Baden, Schwimmen und Schlafen führen. Diese Spuren zeigen sich nicht immer nur auf der Haut und sind häufig vergleichsweise schwer zu entfernen. Sie können auch in die Augen eindringen und hier Reizungen hervorrufen. Anstatt Fremdkörper und Schadstoffe aus dem Auge fernzuhalten, werden die Wimpern selbst zur Quelle dafür.
  3. Die Wimpern können verkleben: Der Fachausdruck für verklebte Wimpern lautet "Fliegenbeine". Einzelne Wimpern verkleben sich zu dickeren Strängen, können sich in ungünstigen Winkeln biegen und sogar regelrecht verklumpt aussehen. Das ist natürlich nicht das erwünschte Ergebnis des Wimperntuschens. Durch eine zu große Menge Mascara, zu viele Schichten Wimperntusche, zu lange Tragezeiten oder abgelaufenen Mascara kann dies zustande kommen. Auch Billigprodukte oder eine unzureichende Vorbereitung vor dem Auftrag können dazu führen, dass die Wimpern verkleben.

Das ist nicht nur optisch unschön und unerwünscht, sondern schränkt die Funktionen der Wimpern auch ein. Und das gleich auf mehrfache Art und Weise:

  • der Filter wird gröber: Die Wimpern bilden im Optimalfall einen feinen Filter für Luft, Flüssigkeiten und Fremdkörper sowie Schmutz. Sind sie verklebt, sind die Freiräume zwischen den Wimpern größer und der Filter lässt deutlich mehr Umwelteinflüsse an die Augen gelangen. 
  • Wimperntusche trocknet schlechter und ist länger klebrig: Staub, Schmutz, Fusseln – sie verfangen sich leichter auf den klebrigen Oberflächen. Das gilt unter anderem auch für Allergene, wie Pollen. Anstatt das Auge vor derartigen Einflüssen zu schützen, werden Fremdkörper und potentiell reizende Stoffe als länger direkt am Auge gehalten.
  • das Gewicht ist höher: Die Wimpern können sich regelreicht biegen, hängen und sogar unter anderem durch das Gewicht brechen. Ein derartig belasteter und veränderter Schutzfilter kann selbstverständlich nicht mehr so gut funktionieren, wie gesunde, flexible Wimpern.
  • die mechanischen Einwirkungen nehmen zu: Die Wimpern werden gewaschen und eventuell gepudert, der Mascara wird aufgetragen und damit zumindest leicht an den Wimpern gezupft, die Wimperntusche beschwert sie und verklebt sie vielleicht auch noch, wodurch sie in einer unnatürlichen Position gehalten werden. Häufig wird an den Augen oder Wimpern gerieben, weil sich Haut und Augen irritiert zeigen. Anschließend werden Mascara und Make up abgewaschen und abgerieben, wobei die Wimpern oftmals nicht nur mit Druck „bearbeitet“ werden, sondern natürlich auch mit verschiedenen Substanzen in Kontakt kommen. Dadurch vergrößert sich das Risiko für Wimpernbruch und -ausfall. 

Die Wimpern können Schaden nehmen

Beschaedigte und abgebrochene Wimpern

Wie bereits erwähnt, wirkt sich das Auftragen von Mascara auf verschiedenen Wegen auf die Wimpern aus. Wird er täglich verwendet, erfolgt das Abschminken nicht ausreichend oder zu rabiat, wird er zu lange getragen oder löst er gar Juckreiz und damit häufiges Reiben aus, kann das teils sehr deutliche Folgen haben. Zu diesen gehören:

  • Wimpern gehen vermehrt aus
  • teils zeigen sich Lücken im Wimpernkranz
  • Wimpern brechen ab
  • Schwellungen und Rötungen können auftreten
  • die Wimpern trocknen aus und verlieren ihren Glanz
  • die Wimpern wachsen geschwächt nach, sind kürzer und dünner und gehen bereits bei leichten Krafteinwirkungen aus

Ein Teufelskreis entsteht

Je häufiger ein Mascara verwendet wird, desto mehr können die Wimpern geschwächt werden. Dadurch werden sie oftmals dünner und kürzer - und damit auch unauffälliger. Je unauffälliger die Wimpern sind, desto öfter wird zum Mascara gegriffen.

Eine Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist die Verwendung eines Wimpernserums. Denn das Serum baut die Wimpern auf, soll sie länger und dichter wachsen lassen und kann zudem den Wimperausfall verlangsamen. Die Wimpern werden wieder kräftiger und widerstandsfähiger. Dadurch können sie ihren Aufgaben besser nachkommen und betonen nicht zuletzt die Augen deutlich auffälliger und ansprechender - sogar ohne Mascara.

Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini ist die Chefredakteurin von TrueHealth.org. Als leitende Journalistin hat sie nicht nur jahrzehntelange Erfahrungen in den Bereichen der ausführlichen Recherchen, Faktenprüfungen und Analysen sammeln können, sondern auch an wissenschaftlichen Texten arbeiten können, die ihr die nötige Expertise für qualitativ hochwertige Untersuchungen bescheren.

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