Eine Entschlüsselung der Inhaltsstoffe: Warum ist das Hanföl so gesund?

Entschluesselung der Hanfoel Inhaltsstoffe

Das begehrte Hanföl genießt vor allem unter Ernährungsexperten einen weitaus besseren Ruf als klassische Speiseöle. Das kommt nicht von ungefähr, denn auch diese Experten bilden sich ihre Meinung natürlich nicht beliebig. Viel mehr sind es die wertvollen Inhaltsstoffe, die beim Hanföl ein großes symbolisches Ausrufezeichen hinter der gesundheitlichen Wirkung setzen. Damit Sie genau wissen, wie Ihr Körper auf das Hanföl reagiert und welchen Effekt die Inhaltsstoffe auf den menschlichen Organismus haben, entschlüsselten wir für Sie die Inhaltsstoffe einmal im Detail.

Omega Fettsäuren - der Dreh- und Angelpunkt

Immer wieder fällt der Begriff "Omega Fettsäuren" in Verbindung mit dem Hanföl. Das ist kein Zufall, denn der menschliche Körper ist auf diese Omega Fettsäuren angewiesen, kann sie aber nicht komplett aus eigener Kraft produzieren, sondern lediglich verarbeiten. Daher ist es für unseren Organismus nötig, dass wir die Fettsäuren über die Ernährung zu uns nehmen. Die bekanntesten Vertreter aus dieser Reihe sind:

  • die Alpha-Linolensäure (Omega 3 Fettsäure)
  • die Linolsäure (Omega 6 Fettsäure)
  • die Gamma-Linolsäure (ebenfalls Omega 6 Fettsäure)

Neben dem hier beschriebenen Hanföl liefert vor allem Fisch viele Omega Fette. Jedoch mag nicht jeder Fisch, zudem ist aufgrund der kontinuierlichen Verschmutzung der Ozeane nicht immer eine tadellose Qualität gewährleistet.

Das Hanföl hat noch einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Speisesäuren: Es besitzt die Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren nämlich in einem optimalen Verhältnis von 3:1, was verdächtig nahe an die natürliche Zusammensetzung von 4:1 im Organismus des Menschen herankommt. Bei anderen Ölen sind die Fettsäuren hingegen gänzlich aus den Fugen geraten, beispielsweise das Sonnenblumenöl mit einem 122:1 oder das Olivenöl mit rund 155:1 Verhältnis.

Die optimale Aufschlüsselung zwischen den Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sorgt dafür, dass unser Körper einerseits nicht mit einer der Säuren überschüttet wird, während die andere unterversorgt bleibt, zugleich kann er die Fettsäuren generell besser, schneller und damit effektiver aufnehmen. Das optimale Verhältnis kam ebenfalls nicht wahllos zustande, sondern wurde von Forschern festgestellt.

Insbesondere ein Überschuss von Omega 6, wie er selbst durch relativ gesunde Ernährungsweisen schnell zustande kommt, kann Probleme verursachen. So bildet sich aus Omega 6 Fettsäuren die sogenannte "Arachiodensäure", welche entzündungsfördernde Eigenschaften besitzt. Zugleich führt ein zu hoher Anteil von Omega 6 Fettsäuren dazu, dass die notwendige Umwandlung der Omega 3 Säuren blockiert wird - dadurch können diese nicht ihr Potential als entzündungshemmender Stoff entwickeln.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (kurz: DGE) empfiehlt ungefähr 7 bis 10% der Energiezufuhr am Tag durch ungesättigte Fettsäuren abzudecken, wie es die Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sind. Selbst offizielle Institutionen stellen dem Hanföl damit indirekt eine ganz klare Empfehlung aus!

Eine Übersicht über die Säuren und was sie im Körper machen

Bei so viel Aufregung um die Omega Säuren beziehungsweise Fettsäuren allgemein macht es nur Sinn, sich jede einzelne davon einmal im Detail anzuschauen, sofern diese im Hanföl vorkommt. Bedenken Sie, dass zwischen einzelnen Produkten von verschiedenen Herstellern Unterschiede bestehen. Bei qualitativ hochwertigen Produkten sind die nachfolgenden Inhaltsstoffe aber immer vorzufinden, dann unterscheidet sich lediglich die Konzentration beziehungsweise Gewichtung dieser.

Linolsäure - zweifach ungesättigt - Omega 6 Fettsäure
  • in einem qualitativ hochwertigen Hanföl zu etwa 50 bis 65 g pro 100 ml enthalten
  • übernimmt unter anderem die Regulierung des Feuchtigkeitshaushaltes der Epidermis
  • sorgt für eine Synthese von entzündungshemmenden Stoffen
  • hat selbst aber keine anti-entzündliche Wirkung
Gamma-Linolensäure - mehrfach ungesättigt - Omega 6 Fettsäure
  • eine der wichtigsten Fettsäuren im Hanföl
  • zu etwa 2 bis 4 g pro 100 ml vertreten
  • ein maßgeblicher Faktor für gesunde Haut und ebenso schöne Haare
  • reguliert Wasser- und Feuchtigkeitshaushalt der Epidermis
  • unterstützt die Produktion von entzündungshemmenden Stoffen im Körper
  • einer der entscheidenden Gründe, warum sich Hanföl für die äußerliche Anwendung empfiehlt
Alpha-Linolensäure - dreifach ungesättigt - Omega 3 Fettsäure
  • mit einem Gehalt von etwa 15 bis 25 g pro 100 ml im Hanföl vertreten
  • hat Anteil an vielen körpereigenen Vorgängen
  • so beispielsweise der Hormon-Produktion, dem Zellstoffwechsel und der Synthese von wichtigen Eiweißen
  • versorgt die Gelenke mit Schmierstoff und beugt Reizungen vor
  • trägt seinen Teil zum gesunden Erhalt von Haut und Haaren bei
  • stärkt das körpereigene Immunsystem und fördert dieses
  • baut einen Infektionsschutz im Körper auf
  • Omega 3 Fettsäuren werden außerdem mit der Diagnostik und Therapie von Krebs in Verbindung gebracht! Die Forschung befindet sich in diesem Punkt aber noch in ihren Kinderschuhen.
Ölsäure - einfach ungesättigt
  • ist in hochwertigen Hanfölen mit rund 10 bis 16 g pro 100 ml vorzufinden
  • gilt als eine der wichtigsten ungesättigten Fettsäuren
  • hat maßgeblich Einfluss auf einen gesunden Cholesterinspiegel und Erkrankungen, die aus zu hohen Cholesterinwerten resultieren
  • agiert somit in direktem Zusammenhang mit dem menschlichen Herz und Kreislaufsystem
Palmitinsäure - einfach ungesättigt
  • mit etwa 7 g pro 100 ml konzentriert
  • übernimmt Aufgaben für den Fett-Stoffwechsel
  • ist mit für die Synthese von den anderen, bisher beschriebenen Fettsäuren verantwortlich
Stearinsäure - einfach ungesättigt
  • kommt auf etwa 3 g pro 100 ml Hanföl
  • schützt die Haut vor äußeren Einflüssen, so beispielsweise Verschmutzungen, Staub in der Luft, Krankheitserreger und mechanische Reizungen

Die Vielseitigkeit und zudem relativ hohe Konzentration der verschiedenen Fettsäuren ist ein maßgeblicher Grund, warum dem Hanföl so viele positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben werden. Natürlich ist bei einer einmaligen Einnahme, wenn etwas Hanföl auf den Salat gegeben wird, nicht unmittelbar ein Effekt auszumachen. Viel mehr sind die Fettsäuren dafür verantwortlich, dass im Körper mittel- und langfristig alles mit "rechten Dingen" zugeht und die einzelnen Zahnräder im Organismus perfekt ineinander arbeiten.

Omega Fettsaeuren im Hanfoel und andere Lebensmitteln

Es gibt dennoch schon viele verschiedene Studien, die die positive Wirkung, vor allem der Omega Säuren, mit wissenschaftlich erhobenen Ergebnissen unterstreichen. Ebenso kommen diese Studien jedoch zu dem Schluss, dass sich ein positiver Effekt nur dann ausmachen lässt, wenn der Körper über mehrere Wochen oder gar Monate mit einer ausreichenden Zufuhr von Fettsäuren versorgt wird.

Ernährungsexperten raten immer wieder zu einer mehrwöchigen Kur, deren Dauer sich auf 12 Wochen beziehungsweise drei Monate beziffert. Dadurch soll dem Körper genügend Zeit gegeben werden, um das eigene Herz-Kreislaufsystem sowie die automatischen Prozesse im Körper entsprechend auszurichten.

Weitere erwähnenswerte Inhaltsstoffe im Hanföl

Die Hanfpflanze bringt ideale Voraussetzungen mit, um den Körper mit vielen wichtigen Stoffen zu versorgen. So enthält der Samen vom Hanf zu rund 80% lebenswichtige Fettsäuren, wie eben beschrieben, aber auch noch in etwa 20% Proteine - diese werden sich in einem anderen Produkt, bei dem sogenannten "Hanfpulver", zu Nutze gemacht. Eine Kombination von Pulver und Öl ist durchaus denkbar, vor allem für Menschen die sich im Training befinden oder wegen ihrer sportlichen Aktivität einen gesteigerten Eiweißbedarf haben.

Bei zahlreichen Hanfölen werden noch weitere wichtige Inhaltsstoffe deklariert, welche dem Körper definitiv nicht vorenthalten werden sollten. Zugleich ist zu bedenken, dass die eben beschriebenen Fettsäuren viele Funktionen im Körper erfüllen. Sie sorgen demnach dafür, dass andere wertvolle Stoffe besser aufgenommen, verarbeitet und Folgestoffe produziert werden. Speziell aus diesem Umstand ergibt sich die enorme Wichtigkeit der Fettsäuren.

So ist Hanföl unter anderem noch bekannt dafür Vitamin E und Vitamin B1 sowie B2 zu enthalten. Das Vitamin E gilt als ein effektiver Fänger von freien Radikalen und nimmt dadurch unter anderem eine Pole Position bei den natürlichen "Anti-Aging" Stoffen ein. Zugleich bedeuten weniger freie Radikale auch, dass sich der Körper noch besser auf seine Regeneration der Zellen und DNA fokussieren kann, statt mit der Abwehr der giftigen freien Radikale beschäftigt zu sein.

Mineralstoffe finden sich ebenfalls im Hanföl, zum Beispiel Magnesium, Eisen, Chlorophyll, Calcium, Zink und Mangan - um nur eine Auswahl zu nennen. So ziemlich jeder wichtiger Mineralstoff wird durch den Hanf offeriert, was nicht nur beim Hanföl, sondern auch bei anderen Produkten eine Schlüsselrolle mit Hinblick auf die Popularität der Hanf-Produkte einnimmt.

Das enthaltene Magnesium ist beispielsweise bekannt dafür, dass es bei der Regeneration der Muskeln förderlich ist und zugleich Verspannungen löst. Frauen mit PMS-Beschwerden können, abseits von klassischen Medikamenten und Hausmitteln, beispielsweise gezielt auf eine höhere Zufuhr von Magnesium achten, um die leidigen Beschwerden zu lindern. Zink hingegen ist bekannt für seine "verschönernde" Wirkung, denn Zink ist maßgeblich für den Austausch zwischen gesunden und beschädigten Hautzellen verantwortlich.

Eisen ist ebenso wie Calcium wichtig für die Knochen. Beide Mineralstoffe haben einen direkten Effekt auf die Gelenke und die Muskulatur, was sie zu weiteren vielseitigen Helfern avancieren lässt. Chlorophyll verdient besondere Beachtung, denn das ist der Stoff, der uns den Sauerstoff schenkt und außerdem zu großen Mengen in "Grünzeug" enthalten ist. Chlorophyll ist demnach ein Faktor, warum Gemüse, Smoothies und Co. als besonders gesund gelten.

Bei all den wertvollen Inhaltsstoffen und sekundären Zusatzstoffen, die daraus gebildet werden, ist auf die Zusammensetzung besonders zu achten. Wir empfehlen immer, dass komplett auf unnötige Zusätze verzichtet wird. Diese könnten anderenfalls dafür sorgen, dass sich wichtige Inhaltsstoffe verlieren oder nicht mehr effektiv vom Körper aufgenommen werden.

In diesem Sinne führen wir in unserem Test der fünf besten Hanföle natürlich auch nur solche Produkte, die komplett ohne chemische Zusätze auskommen und außerdem über eine nachhaltige, kontrollierte Bio-Qualität verfügen.

Machen Sie sich die gesunde Wirkung vom Hanföl zu Nutze!

Die Inhaltsstoffe sprechen eine deutliche Sprache und sind gewiss der Grund dafür, warum der Hanf immer stärker in unserer Gesellschaft ankommt - längst handelt es sich hierbei nicht mehr um die in Verruf geratene Pflanze, die man nur dem THC wegen kennt. Ganz im Gegenteil sogar, denn der Trend geht definitiv in Richtung Pulver und Ölen aus Hanf beziehungsweise Cannabidiol Produkten, die gar keine berauschende Wirkung entfalten, dem Körper aber umso mehr Gutes tun.

Eine Wechselwirkung, zumindest zwischen innerlicher Anwendung und äußerlicher Verbesserungen, ist ebenfalls zu erwarten. Nicht nur lässt sich das Hanföl konkret äußerlich auf der Haut anwenden, wo es die Feuchtigkeitsspeicher ausbalanciert, neu auffüllt und außerdem entzündungshemmend wirkt, von innen heraus macht sich Hanföl ebenfalls für den Zustand Ihrer Haut bezahlt. Werden durch die Omega Säuren mehr entzündungshemmende Stoffe bereitgestellt und gebildet, können diese die Hautzellen schützen - während Mineralstoffe zugleich noch für einen zügigen Austausch sorgen. Bei Hautproblemen empfiehlt sich die innerliche wie äußerliche Anwendung von Hanföl daher gleichermaßen.

Hersteller und Hanföl-Fans raten übrigens in etwa zu 7 bis 15 ml Hanföl pro Tag, was ungefähr einem bis zwei Esslöffeln entspricht. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe tatsächlich im Körper ankommen, sollten Sie diese Menge nicht braten oder kochen, denn unter großer Hitze zerfallen die ungesättigten Fettsäuren in Windeseile. Stattdessen könnten Sie das Hanföl in Verbindung mit kalten Speisen verwenden. Dafür haben wir für Sie einen extra Artikel verfasst, mit dem wir Ihnen direkt einige Rezepte zur Verwendung vom Hanföl mit auf den Weg geben möchten!

Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini ist die Chefredakteurin von TrueHealth.org. Als leitende Journalistin hat sie nicht nur jahrzehntelange Erfahrungen in den Bereichen der ausführlichen Recherchen, Faktenprüfungen und Analysen sammeln können, sondern auch an wissenschaftlichen Texten arbeiten können, die ihr die nötige Expertise für qualitativ hochwertige Untersuchungen bescheren.

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