Ratgeber: Hyaluronsäure zur Behandlung von Arthrose

Hyaluronsäure zur Behandlung von Arthrose

Sowohl unter Laien als auch Experten ist es gängige Meinung, dass das Spritzen von Hyaluronsäure Schmerzen lindert und dafür sorgt, dass der Gelenkverschleiß verzögert wird.

Bei Hyaluronsäure handelt es sich um einen Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit, die fachlich korrekt als Synovia bezeichnet wird. Dabei wirkt Hyaluronsäure als ein Schmiermittel im Gelenk. Metaphorisch formuliert, handelt es sich bei der Hyaluronsäure im menschlichen Gelenk um das Öl in einem Motor.

Grundsätzlich ist die Gelenkflüssigkeit so konzipiert, dass sie den Anforderungen des Gelenks entspricht: Sie kann entweder den Reibungswiderstand enorm reduzieren oder dafür sorgen, dass auch wenn extreme Bewegungen ausgeführt werden Haftungsstabilität gegeben ist.

Darüber hinaus dient Hyaluronsäure zum Bau von Knorpel, denn es ist eine unerlässliche Komponente für die Vernetzung von Zuckerproteinketten im Knorpel. Ipso facto ist Hyaluronsäure eine Basiskomponente der Knorpelstruktur, wobei ohne das Vorhandensein von Hyaluronsäure die Bildung festen Knorpels nicht möglich ist.

Bei Patienten, die weichen und damit geschädigten Knorpel aufweisen, kann dieser durch die gezielte Gabe von Hyaluron stabilisiert werden. Demnach kann minderbelastbarer wieder zu belastbarem Knorpel avancieren.

Entsprechende Hyaluronsäure-Präparate für die medizinische Anwendung respektive Arthrosebehandlung gibt es auf dem deutschen Markt bereits seit den 1990der Jahren. In der Regel wird Hyaluronsäure im Zuge der Behandlung direkt in das geschädigte Gelenk gespritzt, so dass es geschmiert wird.

Am häufigsten wird das Kniegelenk mit Hyaluronsäure-Injektionen behandelt, wobei mittlerweile die weiteren Gelenke wie beispielsweise das Hüft- oder das Sprunggelenk auch mit Hyaluronsäure behandelt werden, wenn Arthrose vorliegt.

Was ist Arthrose?

Was ist Arthrose

Bei einer Arthrose handelt es sich um die häufigste Gelenkkrankheit überhaupt, wobei mit dem Begriff der Gelenkzustand beschrieben wird, wenn die Knorpelschicht bereits zerstört ist. Hierdurch kommt es zu Knochen- und damit letztlich zu Gelenksveränderungen. Von Arthrose betroffene Patienten verlieren in der Regel die Fähigkeit sich uneingeschränkt und frei zu bewegen. Oftmals kommt es zu Entzündungen und einem Anschwellen des Gelenks, was mit Schmerzen einhergeht. Neben dem Knie- und dem Hüftgelenk sind auch die Hände oftmals von Arthrose betroffen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass auch jedes andere Gelenk von der Krankheit befallen werden kann.

Der Aufbau und die Aufgaben von Gelenken

De facto stellen Gelenke bewegliche Verbindungsstellen dar. Sie befinden sich an den Enden der Knochen und weisen mehrere Komponenten und differente Strukturen auf. Erkrankt ein Gelenk an Arthrose, variiert die Ausprägung der Krankheit im Normalfall. Warum die Gelenke für unser tägliches Leben so wichtig sind und wir alles tun sollten, um sie lange gesund zu halten bzw. effektiv zu behandeln, wird anhand der Aufgaben der Gelenke deutlich:

Die Hauptaufgaben der Gelenke des Menschen im Überblick:

  • Dank der Gelenke kann der menschliche Körper sich überhaupt bewegen. Dabei werden täglich mehrere tausend Bewegungen durchgeführt – in der Regel ist sich keiner dieser Tatsache bewusst. Hierzu trägt unter anderem die Tatsache bei, dass der Mensch über Gelenkschmiere verfügt. dabei handelt es sich um einen Flüssigkeitsfilm. Gebildet wird sie von der inneren Gelenkschleimhaut und ihre Aufgabe ist es Bewegungen zu erleichtern und verbessern.
  • Zudem ist es Aufgabe der Gelenke Bewegungen die plötzlich eintreten oder sehr hart sind, zu dämpfen. Um diese Aufgabe optimal zu erfüllen verfügen die Gelenke über sogenannte Gelenkknorpel. Bei Gelenkknorpeln handelt es sich um elastische und glatte Überzüge, die den menschlichen Gelenken Schutz bieten und einen reibungslosen Bewegungsablauf sicherstellen.
  • Darüber hinaus kommt Gelenken die Aufgabe zu, Halt zu geben. Deshalb besitzen Gelenke spezifische Strukturen, die bestimmten Bewegungen nachgeben andere Bewegungen jedoch verhindern. Betrachtet man zum Beispiel das Fingerspitzengelenk, wird deutlich, dass es lediglich wie ein Scharnier bewegt werden kann. Eine zur Seite hin aufklappbare Bewegung kann es dagegen nicht ausführen. Hinzu kommt, dass Gelenke gegen Bewegungen, die das Gelenk verletzen könnten . gesichert sind. Hierzu verfügen sie über eine Gelenkkapsel, die auch als fibröse Kapsel bezeichnet wird und spezifische Gelenkbänder.

Von Arthrose können grundsätzlich alle Gelenke des menschlichen Körpers befallen werden, wobei das Kniegelenk – wie bereits erwähnt – am häufigsten betroffen ist. Danach folgen das Hüft- und die Fingergelenke.

In Europa handelt es sich bei Arthrose um die Gelenkerkrankung, die am weitesten verbreitet ist. So leiden in der Altersgruppe der 65-Jährigen etwa 90 Prozent an Arthrose, wobei es sich teils um eine beginnende, teils um eine fortgeschrittene Arthrose handelt. Die wohl häufigste Ursache für die Erkrankung ist starkes Übergewicht.

Im Anfangsstadium äußert sich die Erkrankung durch morgendlichen Anlaufschmerz sowie Schmerzen des Gelenkes, wenn es belastet wird. Leiden Sie zudem unter Schwellungen des Gelenks, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob die Gelenkschmerzen von einer Arthrose-Erkrankung hervorgerufen werden.

Die Ursachen von Arthrose

In der Regel geht eine Arthrose auf eine übermäßige Gelenkbelastung oder aber die Fehlstellung von Gelenken zurück. Ein weiterer Faktor, der das Entstehen einer Arthrose begünstigt, ist der in Mitteleuropa bestehende und sich immer stärker ausbreitende Bewegungsmangel. So verfügen Gelenke, die nicht ausreichend bewegt und belastet werden meist Gelenkschmiere. Hierbei handelt es sich um eine Gelenkflüssigkeit, in der Nährstoffe transportiert werden, um die Knorpelzellen damit zu versorgen. Geschieht dies nicht kontinuierlich und in ausreichender Menge, werden die Knorpelzellen nicht ausreichend versorgt und sterben ab. Im Zuge dieses Prozesses kommt es zur Freisetzung chemischer Stoffe, welche wiederum für ein Aufweichen des Knorpels sorgen. Letztlich wird die Knorpeloberfläche rissig und beim Bewegen der Gelenke abgerieben.

Die bis zu dieser Stelle erläuterten Prozesse sind wissenschaftlich belegt, die genannten Zusammenhänge also offenkundig. Nicht erforscht sind dagegen die tieferen Ursachen, die für das Entstehen einer Arthrose verantwortlich sind. Aktuell gehen Wissenschaftler jedoch davon aus, dass es sich um ein Zusammenspiel der folgenden Faktoren handelt:

Genetische Faktoren

Forscher gehen davon aus, dass beim Entstehen von Arthrose die erbliche Veranlagung von großer Relevanz ist. Ein Hinweis, der diese These stützt, ist, dass in bestimmten Familien Fälle von Knie- oder Fingerarthrosen weitaus häufiger vorkommen als in anderen Familien. Dabei ist die genetische Disposition bereits relevant, wenn vom menschlichen Organismus in der embryonalen Entwicklung der Gelenkbildung und der Aufbau der Knorpel stattfinden.

Überbelastung der Gelenke

Ein weiterer Faktor, der zur Entwicklung von Arthrose führen kann, ist eine übermäßige Belastung der Gelenke. Diese kann in verschiedenen Formen wie beispielsweise schwerer körperlicher Arbeit, bestimmte sportliche Tätigkeiten oder aber Übergewicht bestehen. Hinzu kommt, dass – hier spielt abermals die genetische Disposition eine Rolle – manche Menschen auf körperliche Belastungen sensibler reagieren als andere. Und dies schlägt sich auch in der Widerstandsfähigkeit der Knorpel nieder. Weitere Faktoren, die zu einer Überlastung der Gelenke und damit dem Entstehen von Arthrose führen, sind Sportverletzungen, Knochenbrüche oder O- und X-Beine.

Grunderkrankungen entzündlicher Natur

Personen, die unter bestimmten Grunderkrankungen wie beispielsweise einer der entzündlichen Formen von Rheuma wie rheumatoide Arthritis oder Gicht, leiden, können infolge diese ebenfalls eine Arthrose entwickeln. Ist dies der Fall wird in der Regel von einer sekundären Arthrose gesprochen.

Die Symptome von Arthrose

Im Allgemeinen sind stechende oder dumpfe Schmerzen die ersten Anzeichen von Arthrose. Dabei setzen die Schmerzen in der Regel dann ein, wenn das betroffene Gelenk einer Belastung ausgesetzt wird. Exakt hierin ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis zu verorten, denn Personen, die unter einer Arthritis leiden, leiden auch dann unter Schmerzen der Gelenke, wenn sie sich nicht bewegen, d.h., wenn sich das Gelenk in Ruhestellung befindet. Charakteristisch für eine Arthrose-Erkrankung ist dagegen der nach einer Ruhephase auftretende Anlaufschmerz. Bewegen Arthrose-Patienten Ihr Gelenk dagegen eine bestimmte Zeit, lässt der Schmerz nach und verschwindet dann völlig.

Charakteristische Schmerzen der Gelenke zu Beginn einer Arthrose:

  • der morgendliche Anlaufschmerz
  • Ermüdungsschmerz, der beispielsweise  nach längerem Stehen einsetzt.
  • Belastungsschmerz, der beispielsweise nach einer Wanderung oder aber  dem Wandern einsetzt

Personen, die bereits unter einer Arthrose im fortgeschrittenen Stadium leiden, kommt es zur Entwicklung eines Dauerschmerzes und zwar sowohl in Ruhe- als auch in Bewegungsphasen. Dabei beschränken sich die Schmerzen einer Arthrose im Allgemeinen auf das jeweils erkrankte Gelenk. Eine Ausnahme bildet diesbezüglich die Hüftarthrose, denn bei dieser können auch Leistenschmerzen auftreten oder Schmerzen, die bis in die Region der Knie und des Gesäßes ausstrahlen.

Steifheit der Gelenke

Gelenke, die von Arthrose betroffen sind, weisen – und dies vor allem nach einer Ruhephase – oftmals eine gewisse Steifheit auf. Möchten Sie sich zum Beispiel nachdem Sie für längere Zeit gesessen und in Unbeweglichkeit verharrt haben, können die betroffenen Gelenke streiken. Personen die unter einer derartigen, auch als Anlauf- oder Startsteifheit bezeichneten Symptomatik leiden, wissen jedoch, dass diese durch Bewegung wieder verschwindet.

Bewegungseinschränkungen

Durch eine Knie- oder eine Hüftarthrose wird sowohl das Sitzen als auch das Gehen erschwert. Entsprechend können bereits alltägliche Bewegungen bzw. Tätigkeiten wie beispielsweise das Zubinden der Schuhe oder das Anziehen der Socken zu Herausforderungen avancieren. Personen, die unter einer Arthrose in der Schulter leiden, haben häufig das Problem, den Arm nicht mehr so weit nach oben heben zu können, um sich ihren Mantel problemlos anzuziehen oder sich die Haare zu kämmen. Durch Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit werden wiederum Schonhaltungen ausgelöst, durch die die Situation noch problematischer wird. So führen Schonhaltungen zu einer Destabilisierung der Gelenke durch die Schwächung umliegender Muskeln.

Weitere von Arthrose hervorgerufene Beschwerden

Reiben die Knochen aufgrund eines sehr starken Abbaus des Knorpels aneinander, können knackende oder knirschende Geräusche entstehen. Allerdings lässt sich durch derartige Geräusche nicht explizit auf der Schweregrad der Arthrose schließen, denn auch gesunde Gelenke können knirschende und knackende Geräusche verursachen.

Eine weitere Folge von Arthrose ist die Bildung von Osteophyten. Dabei handelt es sich um Knochenauswüchse, die an den Rändern der Gelenke entstehen. Bei Osteophyten handelt es sich um den Versuch des menschlichen Organismus, die Gelenkfläche zu vergrößern und hierdurch den Auflagedruck zu minimieren. Allerdings kann die Gelenkbeweglichkeit durch Osteophyten eingeschränkt werden. Sie können zudem auf Weichteile und Nerven drücken, wodurch schmerzen verursacht werden.

Darüber hinaus ist es möglich, dass Gelenke, die von Arthrose betroffen sind, gereizt werden. Derartige Reizungen treten vor allem in den Gelenken der Finger und der Knie auf. Ein Zeichen hierfür ist eine gerötete Haut, da die betroffenen Gelenke warm sind und anschwellen.

Letztlich ist es zudem möglich, dass durch eine über Jahre bestehende Arthrose die Knochenstellung modifiziert wird. Folge einer jahrelangen Arthrose der Knie können dementsprechend X- oder O-Beine sein. Folge einer Hüftarthrose dagegen ein sich in den Beinen bemerkbarmachender Längenunterschied.

Verschiedene Stadien der Arthrose

Ob und wenn ja, mit welchem Erfolg eine Hyaluronsäure-Therapie durchgeführt werden kann, hängt unter anderem vom Stadium der Arthrose ab. Diesbezüglich werden die folgenden unterschieden:

Das Frühstadium einer Arthrose

Jeder Arthrose-Erkrankung liegen Schäden im Knorpelüberzug zugrunde, die auch als Knorpelschaden bezeichnet werden. In der Regel kann ein solcher Knorpelschaden zu Beginn lediglich auf einer sehr begrenzten Fläche, d. h. etwa ein bis zwei Quadratzentimetern, festgestellt werden. Hinzu kommt, dass der Knorpelschaden zu Beginn oberflächlicher Natur ist. In der Folge sind dann auf dem Röntgenbild erste Knochenverdichtungen zu sehen. Betroffen sind hiervon stets Knochenareale, die sich direkt unter dem Knorpel befinden, der erkrankt ist. Bei diesen Knochendeformationen handelt es sich um explizite Anzeichen/Symptome für das Vorliegen einer Arthrose im Frühstadium. Sind derartige Veränderungen des Knochens noch nicht vorhanden, handelt es sich de facto noch nicht um eine Arthrose, sondern lediglich um eine Knorpelschaden.

Das Spätstadium einer Arthrose

Grundsätzlich können zwischen dem Arthrose-Frühstadium und dem Arthrose-Spätstadium zahlreiche Jahre vergehen. Aus diesem Grund befinden sich zahlreiche Personen, die unter einer Arthrose leide in einem Zwischenstadium. Mit anderen Worten: Die Knochenveränderungen, die bei diesen Patienten vorliegen, gehen über diejenigen des Frühstadiums hinaus, haben allerdings noch nicht die Ausmaße des Spätstadiums angenommen.

Bei Personen, die unter Arthrose im Spätstadium leiden, ist der Gelenkknorpel im betroffenen Bereich nicht etwa nur erkrankt oder geschädigt. Vielmehr ist der Gelenkknorpel vollständig abgerieben und entsprechend nicht mehr existent. In der Folge kommt es zu einer direkten Reibung des freiliegenden Knochens auf dem Knochen der Gegenseite. Auf dem Röntgenbild ist im Spätstadium der Arthrose zu sehen, dass sich beide Knochen berühren und kein Gelenkspalt mehr vorhanden ist.

Hinzu kommt, dass es im Vergleich zum Arthrose-Frühstadium zu einer Veränderung des Knochens gekommen ist. Denn dieser ist von einer wesentlichen Verhärtung und Verdichtung betroffen. Beides ist im Röntgenbild gut sichtbar. An den Gelenkrändern sind zudem große Osteophyten entstanden, durch die sich das Gelenk verbreitert hat. Entsprechend sind die Gelenke eines Arthrose-Patienten im Spätstadium nicht nur größer, sondern auch aufgetrieben. Da die knöchernen Zacken sich bei spezifischen Bewegungsabläufen berühren können, ist es möglich, dass durch sie große Schmerzen hervorgerufen werden.

Reizungen der Gelenkinnenhaut durch angegriffene Knorpel

Reizungen der Gelenkinnenhaut durch angegriffene Knorpel

Der in den Gelenken als Gleitfläche dienende Knorpel reibt sich nach und nach ab. Problematisch gestaltet sich dies unter anderem, da die bei diesem Gelenkabrieb entstehenden Abriebteilchen – metaphorisch formuliert – so störend wirken können, wie ein Sandkorn, welches sich im Auge befindet. Die beim Gelenkabrieb entstandenen Teilchen führen schließlich zu einer Reizung der Gelenkinnenhaut und rufen Schmerzen hervor. Darüber hinaus kommt es zu einer höheren Produktion von Flüssigkeit aus welcher abermals ein Gelenkerguss entstehen kann. Experten erläutern, dass es hierdurch zum Anschwellen des Gelenks kommt und die Beweglichkeit desselben abnimmt. Ist dies der Fall, ist eine Gelenkentzündung, d. h. eine Arthritis, entstanden.

Zur Behandlung eines Gelenkergusses ist oftmals eine Punktion des Gelenks durch einen Arzt notwendig, denn nur so gelingt ein Ablassen der Gelenkflüssigkeit. Daneben wird der behandelnde Arzt Kortison in das betroffene Gelenk injizieren und lokal ein Betäubungsmittel verabreichen. Ziel ist es auf diese Weise die Schmerzen zu lindern und der Entzündung entgegenzuwirken. Problematisch ist, dass Kortison lediglich eine vorübergehende Wirkung und diverse Nebenwirkungen aufweist. aus diesem Grund sollte es lediglich dann verabreicht und über eine bestimmten Zeitraum gegeben werden, wenn die Schmerzen sehr stark sind.

Hinzu kommt, dass durch die Gabe von Kortison der betroffene Knorpel weiteren Schaden erleiden kann, das betroffene Gelenk wird noch stärker zerstört. Experten weisen darauf hin, dass es diesbezüglich ebenfalls nicht ratsam ist, Betäubungsmittel direkt in die von Arthrose betroffenen gelenke zu injizieren. Studien haben ergeben, dass die Knorpelzellen weitaus rascher absterben, wenn sie zuvor Betäubungsmitteln und Kortison ausgesetzt waren.

Sollte das betroffene Gelenk komplett zerstört sein – dies kann infolge einer stark fortgeschrittenen Arthrose geschehen – haben Mediziner und Patienten oftmals nicht mehr die Option den Schmerz mithilfe konservativer Therapien einzudämmen. Vielmehr bleibt nur noch die Möglichkeit, ein künstliches Gelenk einzusetzen.

Hyaluronsäure soll den Knorpel schützen

Hyaluronsäure soll den Knorpel schützen

Aufgrund der genannten Aspekte bieten zahlreiche Orthopäden eine Injektion von Hyaluronsäure an. Anzumerken ist diesbezüglich, dass eine Hyaluronsäure- Therapie in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen wird. Laut aktueller Forschungen gehen Mediziner davon aus, dass durch die Gabe von Hyaluronsäure akuten Gelenkentzündungen vorgebeugt wird. Ziel ist es hierdurch wiederum, operative Eingriffe so lange wie möglich hinauszuzögern.

Der Einsatz von Hyaluronsäure hat darüber hinaus zum Ziel, Knorpelaufbrüche an der Oberfläche abzumildern. Wie bereits erläutert wirkt die Flüssigkeit zudem wie ein Motorenöl. Durch ihren Einsatz soll die Viskosität, d. h Dickflüssigkeit der Gelenkflüssigkeit wiederhergestellt werden. Zugleich soll das Risiko einer Ergussbildung minimiert werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich durch die Gabe von Hyaluronsäure das Gelenke zumindest teilweise erholt, der Abrieb verringert und das Risiko einer Entzündung minimiert werden, so dass entsprechend weniger Flüssigkeit im Gelenk vorhanden ist. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die Viskosität der Gelenkschmiere länger erhalten bleibt, so dass sie all ihre Aufgaben erfüllen kann.

Hyaluronsäure dient als Hoffnungsträger in der Behandlung von Arthrose

Sie leiden unter Arthrose und fragen sich, in welchen Stadien die Gabe von Hyaluronsäure sinnvoll ist und Erfolge verspricht? In der Regel beginnen Orthopäden dann mit der Therapie mit Hyaluronsäure bzw. empfehlen eine solche, wenn Schmerzmittel nur noch eine geringe oder keine Wirkung mehr zeigen. Ein weiterer Indikator ist, dass eine Operation in dem vorliegenden Stadium der Erkrankung (noch) nicht angezeigt ist.

Zahlreiche Orthopäden vertreten zudem die Ansicht, dass die Gabe von Hyaluron lediglich in einem frühen Arthrose-Stadium sinnvoll ist. Diesbezüglich erläutern Experten, dass Hyaluron- Präparate zu einer Stabilisierung des noch vorhandenen Knorpels sorgen sollen. Durch Hyaluron- Präparate wie beispielsweise Kapseln kann der verbliebene Knorpel besser mit Nährstoffen versorgt und hierdurch seine Stoffwechselsituation optimiert werden. Zudem besteht die Hoffnung, dass durch Hyaluron- Präparate die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure wieder angeschoben wird. (Quelle zu weiterführender Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4729158/)

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Andere Mediziner sind dagegen der Meinung, dass auch dann eine Behandlung mit Hyaluronsäure noch sinnvoll sein kann, wenn bereits fast kein Knorpel mehr existiert. Sie gehen davon aus, dass durch die Hyaluronsäure eine im Gelenk befindliche Entzündung positiv beeinflusst werden kann, und zwar auch dann, wenn bereits beide Knochen aufeinander reiben.

Widersprüchliche Studienlage zur Anwendung von Hyaluron

Die Tatsache, dass die existierenden Studien keine eindeutige These aufweisen, führen manche Forscher darauf zurück, dass Hyaluron auch dann unkritisch angewendet wird, wenn eine Arthrose im fortgeschrittenen Stadium vorliegt. In Bezug auf die Anwendung von Hyaluron liegen diesbezüglich konträre Ansichten vor, während die eine Seite den Nutzen als eher negativ einschätzt, geht die andere Seite von einer positiven Tendenz aus.

Fakt ist, die Studienlage unklar ist, wobei erste Metaanalyse auf positive Wirkungen von Hyaluronsäure hindeuten. Fakt ist zudem, dass hinsichtlich der Anwendung von Hyaluronsäure nicht ausreichend klinische Erfahrung vorhanden ist und zu wenige hochwertige Studien existieren.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen kleinen Überblick über die existierenden Veröffentlichungen zu dieser Thematik aus den letzten Jahren:

  1. Im Jahr 2012 ist eine Metaanalyse veröffentlicht wurden, in der seit dem Jahr 1966 durchgeführte Studien – insgesamt waren es 89 – Berücksichtigung fanden. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Injektion von Hyaluron lediglich geringen und klinisch nahezu keinen bedeutsamen Nutzen aufweist. Allerdings ist dies vor dem Hintergrund zu werten, dass in die Studien die Tatsache eingeflossen ist, dass eine Gelenkinjektion auch mit unerwünschten Nebenwirkungen oder sogar Folgen einhergehen kann.
  2. Eine weitere Metaanalyse, dieses Mal aus dem Jahr2015 und unter Berücksichtigung von 137 Einzelstudien kam zu dem Ergebnis, dass die Injektion von Hyaluron gegenüber der Gabe oraler Schmerzmittel Vorteile aufweise. Bestandteil der Metaanalyse waren die Patientendaten von 33.000 Personen, die unter Arthrose am Knie litten. Ihnen wurden differente Mittel appliziert, um die vorhandenen Schmerzen zu lindern. Das effektivste Mittel stellten dabei Injektionen mit Hyaluronsäure dar.
  3. In einer weiteren Metanalyse aus dem gleichen Jahr, deren Ergebnisse im „Journal of Rheumatic Diseases“ veröffentlicht wurden, fanden die Forscher heraus, dass nach einer zwölfwöchigen Gabe von Hyaluronsäurespritzen eine höhere Effektivität festgestellt wurde, als in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt
  4. Ebenso wie mitteleuropäische Ärzte und Wissenschaftler vertritt auch die American „The American Association of Orthopaedic Medicine“ kontroverse Positionen: Während einerseits von der Behandlung mit Hyaluron abgeraten wird, wird sie andererseits dann empfohlen, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden und keine Verbesserung brachten.

Wie viele Hyaluronsäure- Spritzen sind in der Regel nötig und wie hoch ist der Preis?

Entscheiden sich Ärzte gemeinsam mit ihren Patienten für eine Arthrose- Therapie mit Hyaluronsäure, ist im Allgemeinen klar, dass eine einzelne Spritze keine Wirkung zeigen wird. Vielmehr sind häufig zwischen zwei und fünf Hyaluronsäurespritzen notwendig. Dabei erfolgen die Injektionen in der Regel einmal pro Woche. Patienten, deren Arthrose sich noch im Anfangsstadium befindet, können sich dann meist über einen Effekt von mehr als einem Jahr freuen. Ist die Arthrose dagegen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, hält die Wirkung nicht ganz so lange an, ein Zeitraum von sechs Monaten ist allerdings dennoch möglich.

Anders als Patienten, die über eine private Krankenversicherung verfügen, müssen diejenigen, die gesetzlich versichert sind, die Kosten für Injektionen mit Hyaluronsäure selbst tragen. In der Regel betragen diese für fünf Spritzen circa 250 bis 300 Euro. Privatversicherte müssen sich bezüglich der Kostenübernahme an ihre jeweilige Versicherung wenden. Ob diese die Kosten tatsächlich übernimmt, hängt auch davon ab, welcher Tarif existiert. Im Zweifelsfall ist es auch bei einer privaten Krankenversicherung sinnvoll, wenn der Patient die Erstattung der Kosten im Vorfeld abklärt.

Welche Gelenke können mit Hyaluronsäurespritzen behandelt werden?

Für die Behandlung mit Hyaluronsäurespritzen sind vor allem die größeren Gelenke prädestiniert. Zu diesen zählen neben dem Knie- auch das Hüftgelenk, das Sprunggelenk sowie Handgelenke, Ellenbogen und Schulter.

Sollte der behandelnde Arzt mit der Injektion nicht direkt das Gelenk erreichen und die Hyaluronsäure nicht in die Gelenkhöhle injizieren, ist davon auszugehen, dass der gewünschte Effekt ausbleibt und keine Wirkung einsetzt. Hinzu kommt, dass die betroffene Person an der Stelle, an der die Injektion erfolgt ist, das Gefühl, einen Fremdkörper unter der Haut zu haben, verspüren kann. Aus den genannten Gründen ist es hilfreich, wenn die Punktion – dies vor allem bei Gelenken wie der Hüfte oder der Schulter, die tiefer unter der Haut liegen – mit einer Ultraschallsteuerung stattfindet.

Hyaluronsäureinjektionen: Diese Risiken und Nebenwirkungen existieren

Hyaluronsäureinjektionen Diese Risiken und Nebenwirkungen existieren

Ebenso wie bei jeder anderen Gelenkpunktion weist auch das Spritzen von Hyaluronsäure Gefahren auf. Zu diesen zählt beispielsweise die Möglichkeit, dass in das behandelte Gelenk Keime gelangen und eine Infektion im gelenk ausgelöst wird. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass der behandelnde Arzt steril arbeitet und darauf achtet, dass die verwendeten nadeln nicht zu dick sind. Experten gehen davon aus, dass durch diese Arbeitsweise die Gefahr eines Infekts auf 1 zu 100.000 minimiert wird. Wichtig ist es demnach, dass die Stelle der Haut, an der die Punktion erfolgt desinfiziert wird und die Desinfektion eine Minute einwirkt. Zudem sollte der Mediziner einen Mundschutz, sterile Handschuhe und sterile Instrumente verwenden. Sollte die zu behandelnde Person selbst erkrankt sein, ist es ratsam, wenn auch sie einen Mundschutz während des Eingriffs trägt.

Obschon der menschliche Organismus selbst Hyaluronsäure produziert, ist es möglich, dass durch eine Hyaluronsäureinjektion eine Allergie ausgelöst wird. Dies kann zum Beispiel dann passieren, wenn ein älteres Produkt verwendet wird. Noch immer finden sich Präparate auf dem Markt, die Hyaluronsäure enthalten, die nicht synthetisch produziert wurde. Die in dem Präparaten enthaltene Säure wurde aus Hahnenkamm gewonnen. Entsprechend besteht die Möglichkeit, dass der Organismus auf das in den Produkten enthaltene Hühnereiweiß reagiert.

Achtung: Sollten Sie nach einer Hyaluronsäurespritze im jeweiligen Gelenk vermehrte Beschwerden verspüren, sollten Sie unverzüglich Ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Können Sie diesen nicht erreichen, wenden Sie sich unbedingt an einen anderen Mediziner. Sollten unerwünschte Nebenwirkungen einsetzen oder es zu anderweitigen Komplikationen kommen, sollten diese so früh wie möglich behandelt werden.

Wann sollte unbedingt von einer Therapie mit Hyaluronsäurespritzen abgesehen werden?

Eine Behandlung mit Hyaluronsäureinjektionen sollte auf keinen Fall durchgeführt werden, wenn der Patient gegen einen oder mehrere Komponenten des Hyaluronsäure-Präparates eine Allergie aufweist. Zudem sollte keine Therapie mit Hyaluronsäurespritzen stattfinden, wenn der Patient Medikamente einnimmt, die die Blutgerinnung hemmen. De facto liegt aufgrund der Einblutungsgefahr im Zuge der Punktion des Gelenks eine Kontraindizierung vor. Darüber hinaus ist die Gabe von Hyaluronsäurespritzen dann nicht empfehlenswert, wenn an der Einstichstelle sowie in deren unmittelbaren Umfeld Hautinfektionen oder Hautkrankheiten bestehen.

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