Mascara als Gefahr: Ist Wimperntusche gefährlich für die Wimpern?

Mascara als Gefahr

"Ohne Mascara gehe ich nicht aus dem Haus!"

Selbst der Gang zur Mülltonne ist für einige Frauen ohne Mascara undenkbar. Gerade, wenn die eigenen Wimpern sehr hell sind, wird allgemein gerne zur Wimperntusche gegriffen und spätestens bei besonderen Anlässen gehört sie für Frauen zwingend dazu.

So weit, so verständlich.

Was viele jedoch nicht wissen: Mascara kann die Wimpern schädigen und sogar einen vermehrten Ausfall begünstigen.

So kann Mascara die Wimpern schädigen

Für die Schädigung der Wimpern durch Mascara zeigen sich gleich mehrere Faktoren verantwortlich. Bei diesen handelt es sich um:

  1. Versteifung der Wimpern: Was sofort nach dem Auftragen auffällt, ist die Versteifung der Wimpern. Sie werden starrer und weniger elastisch. Dadurch können sie leichter abbrechen, wenn es zu Krafteinwirkungen kommt. Wer sich das Auge reibt, riskiert damit also Wimpernbruch.
  2. höheres Gewicht: Mascara soll die Wimpern länger und dichter erscheinen lassen. Das wird dadurch erreicht, dass sich Öle und Pigmente um die einzelnen Wimpern legen. Gelegentlich kommen dazu auch noch Fasern. Diese Mischung bringt selbstverständlich ein gewisses Gewicht mit sich. Dieses mag unerheblich wirken, kann die Wimpern aber erheblich belasten. Daher fühlen sich die Augenlider beim Tragen von Wimperntusche auch oftmals schwer an. Das Gewicht an den Wimpern kann einen Zug auswirken, der wiederum den vermehrten Ausfall begünstigen kann.
  3. mögliche Reizungen: Obwohl viele Wimperntuschen gut und umfassend hinsichtlich ihrer Verträglichkeit getestet werden, können Reizungen nicht ausgeschlossen werden. Diese können von dem Mascara selbst oder auch von dem Mittel zur Entfernung ausgelöst werden, sich auf die Augen und auf die Haut beziehen. Eine mögliche Folge hiervon ist Juckreiz. Juckt das Auge, reiben viele automatisch und oftmals sogar unbewusst daran. Hierdurch können die Wimpern abbrechen oder ausgerissen werden. Ausschläge und andere Reizungen können zudem dazu führen, dass die Haut beeinträchtigt wird und damit auch die Versorgung und das Wachstum der Wimpern leiden.
  4. Verstopfung der Poren: Nicht nur Wimperntusche, sondern auch andere Formen von Make up können die Poren verstopfen. Die Folgen sind Pickel, Entzündungen und Reizungen der Haut. Dadurch kann sich die Versorgung der Wimpern erheblich verschlechtern. Das wiederum kann abträglich für das Wachstum sein, die Struktur der Wimpern schwächer ausfallen lassen und das Ausgehen beschleunigen. Das Abschminken beziehungsweise die Hautreinigung ist also sehr wichtig. Auch dabei sollten aber wieder einige Punkte beachtet werden.
  5. falsches Abschminken: Wer sich schminkt, sollte sich auch dringend wieder abschminken. Anderenfalls ist das Risiko für verstopfte Poren und abbrechende Wimpern noch zusätzlich erhöht. Abschminken ist aber nicht gleich abschminken. Wer mit Wasser, Seife und viel Druck und Reibung zu Werke schreitet, kann dabei erheblichen Schaden anrichten. Besser sind spezielle, sanfte Make up-Entferner, die Mascara und andere Kosmetika ohne viel Reibung und Druck lösen können. Auch nach dem gründlichen Entfernen ist es wichtig, die Haut und Wimpern sanft zu behandeln. Reste werden abgespült und nicht abgerieben, das Gesicht wird leicht trocken getupft und im Anschluss mit pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Mitteln versorgt.
  6. Beeinflussung der Wimpern: Selbst bei gut gewähltem hochwertigem Mascara und einer gründlichen aber schonenden Entfernung werden die Wimpern von der häufigen Verwendung der Wimperntusche in Mitleidenschaft gezogen. Diese Beeinträchtigung muss nicht von dem Mascara selbst ausgehen, sie kann auch durch die Vorbereitung beim Auftragen und durch die Entfernung zustande kommen. Denn bevor der die Wimperntusche aufgetragen wird, müssen die Wimpern sehr gründlich gereinigt werden. Anderenfalls wird der halt des Mascaras eingeschränkt. Beim Abschminken müssen sie wieder sehr gründlich gereinigt werden, damit keine Kosmetikreste an ihnen verbleiben.

Die Wimpern kommen als bei jedem Auftragen mit mehreren Produkten und dadurch mit sehr vielen Substanzen in Kontakt. Sie werden zudem größeren mechanischen Krafteinwirkungen ausgesetzt, als das beim Waschen des Gesichtes oder beim Duschen der Fall ist. Das kann verschiedene Probleme nach sich ziehen. Zum Beispiel:

  • die Wimpern trocknen aus und brechen einfacher ab
  • das Risiko für Reizungen steigt durch den Kontakt zu den zahlreichen Produkten und Substanzen
  • der Ausfall der Wimpern wird durch die häufigen Krafteinwirkungen, also Auftragen und Entfernen, begünstigt
  • Mascara kann Schweregefühle und Juckreiz begünstigen, was häufig Reiben und Kratzen nach sich zieht. Die mechanischen Einwirkungen können wiederum zu Schäden und Wimpernbruch führen.

Nicht zuletzt kommt es auch zu einer Beeinträchtigung, wenn der Mascara nicht oder unzureichend entfernt wird. Die Wimpern bleiben starr und es besteht ein höheres Risiko für das Abbrechen.  

Tipps zur Auswahl und zum Tragen von Mascara

Obwohl vor allem das häufige Tragen von Mascara einige Nachteile mit sich bringen kann, muss nicht in jedem Fall vollkommen darauf verzichtet werden. Es sollten allerdings einige Punkte beachtet werden, damit die Wimperntusche möglichst keine negativen Auswirkungen hat. Zu diesen gehören:

  • so kurz und selten wie möglich: Muss der Mascara wirklich jeden Tag von morgens bis abends getragen werden? Denn derartige lange Tragezeiten belasten die Wimpern besonders stark. Besser ist es, die Wimperntusche so selten und auch dann so kurz wie möglich zu tragen. Dadurch werden die Wimpern gleich dreifach geschont, den Vorreinigung, Tragen und Entfernen entfallen.
  • verträgliche Produkte nutzen: Der Mascara sollte dermatologisch und augenärztlich getestet sein. Das reduziert das Risiko für Reizungen. Wer unter bekannten Allergien leidet, sollte zudem genauestens auf die Inhaltsstoffe achten.
  • gut auswählen: Sinnvoll ist es, Wimperntusche mit einer leichten Textur zu verwenden. Produkte für besonders lange und dichte Wimpern, mit Versprechen für maximalen Volumengewinn belasten die eigenen Wimpern sehr stark. Sie sollten daher, wenn überhaupt, nur sehr selten verwendet werden. 
  • immer gut pflegen: Da die Wimpern durch das Tragen von Mascara in Mitleidenschaft gezogen werden, sollte ihnen und der Haut als Ausgleich eine Extra-Portion Pflege gegönnt werden. Cremes und Wimpernserum werden am besten direkt nach dem Entfernen des Make ups und der Reinigung der Haut aufgetragen, um das gesteigerte Austrocknen zu verhindern.

Alternativen zur Wimperntusche

Falsche Wimpern als Mascara Alternative

Wer auf das häufige Tragen von Mascara verzichten möchte, kann die folgenden Alternativen testen:

  1. Färben: Anstelle täglich Wimperntusche aufzutragen, können die Wimpern auch gefärbt werden. Allein durch die dunklere Tönung können sie zugleich voller und länger erscheinen. Bei der Auswahl der Farbe sollte wiederum auf die Verträglichkeit geachtet werden. Zudem ist beim Färben viel Vorsicht und Fingerspitzengefühl gefragt, um Haut und Auge zu schützen. Es kann daher sinnvoll sein, das Färben professionell durchführen zu lassen.
  2. Falsche Wimpern: Bei künstlichen Wimpern gibt es grundlegend zwei verschiedene Arten. Wimpernkränze, die auf die Haut aufgeklebt werden und einzelne Wimpern, die mit den eigenen Wimpern verbunden werden. Die Kränze lassen sich auch alleine Zuhause vergleichsweise einfach anbringen. Das Verkleben mit den eigenen Wimpern ist hingegen deutlich aufwendiger und erfordert ein wenig Fachkenntnis. Beide Methoden können bei unsachgemäßem Ankleben und Entfernen Schäden und Reizungen hervorrufen. Zudem kann das Gewicht der Wimpern eine Belastung darstellen. Hierbei sollten daher die gleichen Grundsätze wie bei der Verwendung von Mascara gelten.
  3. Lidstrich und Lidschatten: Zwar handelt es sich bei diesen Alternativen ebenfalls um Make up, sie belasten die Wimpern selbst aber weniger und betonen die Augen dennoch.
  4. Wimpernserum: Durch die gezielte Pflege der Wimpern kann das Wachstum angeregt werden. Dadurch können sie wieder voller und länger wachsen und gegebenenfalls später ausgehen. Wir haben die besten Wimpernseren untersucht und das Ergebnis veröffentlicht.

Wer noch immer nicht auf das tägliche Tragen von Mascara verzichten möchte, sollte sich vor Augen halten, dass die Wimpern hierdurch immer kürzer und lichter werden können. Selbst die beste Wimperntusche kann nichts betonen, was nicht mehr vorhanden ist. Deutlich besser sind daher ein sparsamer Einsatz von Mascara und eine gezielte Pflege und Schonung der Wimpern.

Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini ist die Chefredakteurin von TrueHealth.org. Als leitende Journalistin hat sie nicht nur jahrzehntelange Erfahrungen in den Bereichen der ausführlichen Recherchen, Faktenprüfungen und Analysen sammeln können, sondern auch an wissenschaftlichen Texten arbeiten können, die ihr die nötige Expertise für qualitativ hochwertige Untersuchungen bescheren.

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