Creatin – für welche Sportarten ist das Mittel besonders gut geeignet?

Creatin fuer welche Sportarten besonders geeignet

Viele Sportler schwören aus guten Gründen auf den Einsatz von Creatin. Kein Wunder, denn die Substanz, die sich schon von Natur aus im Körper befindet und von diesem produziert wird, sorgt für weitere Energiezufuhr, die dann zu neuen Höchstleistungen umgemünzt wird. Damit erzielen Sie nicht nur bessere Ergebnisse beim Training, sondern auch starke Erfolge eben durch das Training. Dennoch ist Creatin nicht zwingend für jede beliebige Sportart geeignet - obwohl neue Studien darauf hinweisen, dass der Einsatz keinesfalls nur auf den Kraftsport beschränkt ist.

Wie sinnvoll ist die Einnahme von Creatin generell?

Studien nach erzielt Creatin viele positive Effekte im Körper. Schon vor mehr als zehn Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass sich der Stoff sogar positiv auf unsere mentale Leistungskraft auswirken könnte - folglich also "schlauer" macht! (Spiegel.de). Zudem beschäftigen sich viele Wissenschaftler gerade mit dem Thema, ob nicht auch Depressionen durch Creatin behandelt werden könnten - und erzielen bereits viele gute erste Ergebnisse, auch wenn die Studien noch in den Anfängen stehen. Dem Thema haben sich beispielsweise die zwei folgenden Studien gewidmet: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2794979/ und https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26457568.

Zudem werden sowohl die Knorpel als auch Knochen dank dem Creatin besser mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Teilweise wird der Wirkstoff sogar bereits zum aktuellen Zeitpunkt als Ergänzung in Therapien bei der Erkrankung Osteoporose eingesetzt, sogar bei Knochenbrüchen stellt er eine ergänzende, alternative Behandlungsform dar. Ob die Einnahme von Creatin sinnvoll ist, hängt aber auch vom Individuum ab. Studien hierzu haben ergeben, dass nicht jeder Mensch gleichermaßen auf das Creatin anspricht. Im Fachjargon spricht man von "Respondern" und "Non-Respondern". Letztere sind die, die auf die positiven Wirkeffekte vom Creatin nicht ansprechen. Selbst wenn das Mittel also viele positive Effekte mit sich bringt, können sich diese in der Realität von Mensch zu Mensch unterscheiden und teilweise sogar gar keine Wirkung mit sich bringen.

Beim Muskelaufbau: Das klassische Einsatzgebiet für Creatin

Kraftsport und Muskelaufbau sind die zwei Bereiche, in denen Creatin am weitesten verbreitet ist. Hier erreicht der Wirkstoff mehrere Effekte, die in Verbindung mit dem regelmäßigen Training als positiv erachtet werden, so beispielsweise:

  • Bildung von zusätzlichem ATP
  • schnellere Faserkontraktion
  • optische Vergrößerung von Muskeln durch Wassereinlagerungen
  • mehr Energie beim Training
  • verbesserte Regeneration

Um zu verstehen, warum das so ist, lohnt ein Blick in die Biologie. Die einzelnen Muskeln des Menschen setzen sich aus sogenannten Muskelfaserbündeln zusammen, welche wiederum aus Muskelfasern bestehen. Damit diese Muskeln nun überhaupt wachsen können, müssen sie beansprucht werden, so beispielsweise indem sie bewegt und/oder gereizt werden. Damit dem Körper das gelingt, bedarf es wiederum an Energie. Zwar gibt es dafür viele Stoffe im Körper, der Primärstoff ist aber ein Molekül mit dem Namen Adenosintriphosphat oder kurz einfach "ATP".

Adenosintriphosphat Erklaerung Wirkungsweise Creatin

ATP ist sowohl für das Abrufen der Leistung als auch für das Wachstum und die Regeneration mitverantwortlich. Werden Muskeln angespannt und gereizt, teilt sich das ATP auf, wodurch überhaupt erst die benötigte Energie frei wird. Sobald das geschehen ist und die einzelnen Teile aufgebraucht sind, fehlt es dem Körper an weiterer Energie, denn er kann nicht schnell genug ATP "nachschießen". Hier greift das Creatin, welches einerseits zersplittertes ATP wieder neu zusammensetzt und andererseits für die Produktion von weiterem ATP sorgt.

Dadurch lassen sich im Training enorme Leistungssteigerungen erzielen, insbesondere beim Kraftsport und Muskelaufbau, wo die Muskeln gezielt gereizt werden und dadurch ein kontinuierlicher Nachschub von ATP erforderlich ist.

Achtung: Aus dieser Erklärung heraus ergibt sich bereits die Notwendigkeit eines zielführenden, effizienten Trainings. Die zusätzliche Zufuhr von ATP bringt dem Körper nichts, wenn keine Kontraktion (Reizung) der Muskeln entsteht. Gerade deshalb ist Creatin eben kein Wundermittel, was die Muskeln "einfach so" wachsen lässt, sondern ein Mittel für ein effizienteres und erfolgversprechendes Training.

Der Einsatz von Creatin beim Ausdauersport

In der Leichtathletik ergibt sich im Vergleich zum Kraftsport ein nicht ganz so eindeutiges Bild. Die Meinungen gehen hier stark auseinander, zumal die persönlichen Präferenzen von Sportlern und Trainern ebenfalls eine Rolle einnehmen. Generell ist die vorherrschende Meinung, dass das Creatin bei Sprintern, die kurzzeitig eine sehr hohe Leistung abrufen müssen, von Vorteil sein kann. Wobei dieses niedriger dosiert wird, um zusätzliche Masse durch Wassereinlagerungen zu verhindern, welche die Geschwindigkeit des Sprinters reduzieren würden.

Creatin fuer Ausdauersport

Im Ausdauersport entsteht ebenfalls ein gemischtes Bild. Einerseits wird die Leistungsfähigkeit ebenso gesteigert wie die Regeneration, was im Ausdauersport definitiv Vorteile mit sich bringt. Andererseits sind die Wassereinlagerungen aus Sicht von Läufern aufgrund des höheren Eigengewichts mit Nachteilen behaftet. Positiv wiederum ist, dass ein erhöhter Anteil von Creatin dafür sorgt, dass der Körper weniger Milchsäure freisetzt - damit wird das Risiko von einem Muskelkater reduziert, weil Muskeln weniger oder gar nicht übersäuern.

In der Leichtathletik spielen die eigenen Erfahrungen eine noch größere Rolle. Viele Vor- und Nachteile müssen gegeneinander abgewogen werden. Das macht es unabdingbar, dass sich Sportler eine eigene Meinung bilden sollten. Anhand dieser kann dann abgeschätzt werden, ob sich eine längerfristige Einnahme von Creatin wirklich für die eigenen Bedürfnisse lohnt.

Wie sieht es bei "leichten" Sportarten aus?

Bei den sogenannten "leichten" Sportarten, wie beispielsweise Yoga oder dem Jogging, ist eine Einnahme von Creatin nicht sinnvoll. Zwar entstehen dadurch keine negativen Effekte, sofern keine Nebenwirkungen durch das Creatin vorliegen, die Vorteile sind aber ebenfalls kaum spürbar, denn bei diesen "leichten" Sportarten entsteht keine ausreichend hohe Belastung, die die Energiespeicher wirklich leeren würde. Anders als beim Ausdauersport, wo vor allem die regenerierende Wirkung des Creatins im Vordergrund steht, sind die Regenerationsphasen bei "leichten" Sportarten ebenfalls quasi nicht existent. Wenn Sie sich also nur leicht betätigen und im Sport einen gelegentlichen Ausgleich zum Bürojob suchen, ist die Einnahme von Creatin für Sie nicht geeignet.

Creatin: Vielseitig einsetzbar, nicht aber immer ganz eindeutig

Es bestehen keine Zweifel daran, welche unzähligen Vorteile Creatin beim Muskelaufbau und Kraftsport mit sich bringt. Für alle, die gern im Fitnessstudio Gewichte stemmen, Kraft und Muskeln aufbauen möchten, ist die Einnahme von Creatin also definitiv eine Überlegung wert. Leichtathleten hingegen profitieren in erster Linie von der verbesserten Regeneration des Körpers und weniger von den zusätzlichen Energiereserven, da sich diese Vorzüge weitestgehend durch die zusätzlichen Wassereinlagerungen nullifizieren.

Eine Überlegung könnte übrigens noch betreffend den Mannschaftssportarten stattfinden. Hier wird die Wirkung von Creatin immer stärker mit Hinblick auf die Steigerung der kognitiven Fähigkeiten untersucht, wodurch unter anderem Leistungsverbesserungen beim Fußball, Basketball oder anderen Koordinationssportarten ein Argument für die Einnahme von Creatin darstellen würden. Wenn Sie sich unsicher sind, welches Produkt Sie erwerben sollten, hilft Ihnen mit Sicherheit unser Test der acht besten Produkte auf dem Markt weiter!

Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini (Chefredakteurin)

    Lucia Baldessarini ist die Chefredakteurin von TrueHealth.org. Als leitende Journalistin hat sie nicht nur jahrzehntelange Erfahrungen in den Bereichen der ausführlichen Recherchen, Faktenprüfungen und Analysen sammeln können, sondern auch an wissenschaftlichen Texten arbeiten können, die ihr die nötige Expertise für qualitativ hochwertige Untersuchungen bescheren.

    Hier klicken um einen Kommentar zu hinterlassen

    Kommentar hinterlassen: